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Sonntag, 2. August 2009

KirchenKunst

Irene Suchy hat sich in der Presse vor einigen Wochen gewundert, wie viele zeitgenössische Musiker eine Messe oder eine Kirchenoper komponieren, und dass der persönliche Glaube des Komponisten nicht abgeprüft werde, klang fast wie eine Entschuldigung für einen Anachronismus. Mich wundert eher, dass es so viele sein sollen, denn die Medien, auch Ö1, zeugen wenig davon.
Aber ich wundere mich nicht über die Sache. Eine Messe ist eine besondere Herausforderung, zumal für freie und innovative Künstler, provoziert sie doch sowohl inhaltlich, durch das jeweilige Schriftwort, wie auch formal, durch den Messablauf, Offizium und Ordinarium, aber auch durch das Zusammenspiel zwischen den Musikern, dem Priester und der Gemeinde. Von den von mir selbst beauftragten Musikern, viele davon Jazzmusiker, höre ich, dass der Response von einer liturgischen Gemeinde intensiver sein kann als vom Publikum eines Jazzclubs. Da gibt es Wechselgesänge, Tonbandaufnahmen vom Gemeindegesang, die verfremdet und interpretiert werden. Und da gibt es die gespannte Erwartung der feiernden Gemeinde, wie das Festgeheimnis diesmal durch die Musik dargestellt und interpretiert wird.

Eine noch größere Affinität zwischen Kunst und liturgischem Feiern liegt in der aktuellen Präsenz. Gerade Musik ist eine ereignishafte Kunstform. Sie fordert Aufmerksamkeit, ein versäumter Moment kehrt nicht wieder. Genauso ist es mit der Liturgie. Sie aktualisiert das Gotteswort und die Selbsthingabe des Herrn in einmaligen menschlichen Darstellungen, im Ereignis des Schriftvortrags, in der Wandlungsbitte oder in der Vergegenwärtigung der Heilstaten Gottes. Höchste Menschenpräsenz entspricht der Gottespräsenz im Wort und Zeichen. Und für diese Präsenz, so ist unmissverständlich festzustellen, für diese Präsenz braucht es Kunst.

Neben Musik und Komposition ist da die Kunst der Darstellung, beim Textvortrag, der Zelebration des Hochgebets oder bei der Predigt. Die ganze Liturgie ist eine szenische Vergegenwärtigung menschlicher Hoffnung und Erwartung sowie göttlicher Zusage und Verheißung. Die Kunstforderung gilt also auch an das kirchliche Feiern selbst – heute nicht weniger als zu Zeiten der tridentinischen Messe. Dann der Kirchenraum mit seinen architektonischen Möglichkeiten und Dilemmata. Der Kirchenbau sorgt nach Maßgabe des technisch und finanziell Möglichen, des zeitgenössischen Geschmacks, der geforderten Funktionalität, der gesuchten Aura des Kunstwerks für die Versinnbildlichung der heiligen Handlung, die darin stattfinden soll. Leider kenne ich nur wenige Beispiele geglückter Kirchenbauten aus den letzten Jahrzehnten. Sie ähneln oft Hallenbädern oder Mehrzweckhallen, mit sympathisch hellem Holz bestuhlt, transparent verglast, hervorragend beheizbar, beleuchtet und beschallt – aber ohne jegliches Geheimnis, ohne Spannung zwischen versammelter Gemeinde und heiliger Handlung.

Die dritte Koinzidenz zwischen Kunst und Heiligem sehe ich in der Existenz selbst. Die Existenz des Künstlers, die Existenz des Priesters. Viele Künstler gebären sich in priesterhaft schwarzer Kleidung, mit kahlgeschorenem Schädel und asketischem Gehabe. Aber die innere Verwandtschaft beider geht noch weiter. Da ist einmal die zölibatäre Lebensform des Priesters, die mißgünstig betrachtet und von bürgerlichen Kreisen am liebsten abgeschafft würde – da man liberal ist, einfach durch Freistellung, denn das hebt ihren Charakter der geforderten Selbsthingabe auf -, um den Priester in die angepasste Lebensweise einzureihen. Dagegen steht des Priesters Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen für eine besondere, ausgesetzte Individualität, die für Begegnungen mit Menschen öffnen soll, für einen freien Umgang mit Beziehungsformen, für gesellschaftliches Engagement und für spirituelle Vertiefung. Als Eheloser ist der Priester demselben Mangel einer nichtpartnerschaftlichen Effizienzgesellschaft ausgesetzt wie zum Beispiel alleinerziehende Mütter. Als Einzelkämpfer sucht er Verbündete, um die Unverfügbarkeit des Menschen zu bewahren vor dem Zugriff der Verwertbarmachung. Die Grundlage christlicher Individualität, die in der Glaubensentscheidung ihren Ausdruck findet, ist die göttliche Individualität in Christus, wie Kierkegaard unnachahmlich betont hat.
Ebenso arbeitet der Künstler an der Umsetzung seiner Ideen, und er präsentiert sein Werk in der Öffentlichkeit, die er beeindrucken, vielleicht auch formen will. Sein Werk fordert Beachtung, Geduld und zuweilen Empathie. Er gestaltet, und zugleich versucht er sich freizuhalten von der Verfügbarmachung seiner selbst durch den Kunstbetrieb. Gerade Künstler treten in vorderster Front öffentlich gegen die Vereinheitlichung und Verfügbarmachung auf, Elfriede Jelinek zugunsten der Frau, Josef Winkler gegen die Massenverdummung.
In der Kirche wurde vor Jahrzehnten eine Volkskirche zurückgelassen, die sich auf inzwischen verschwundene Standes- und Klassenmilieus gestützt hatte, und es formiert sich seither eine Individualkirche, die viel stärker auf eigener Glaubensentscheidung aufbaut und mittlerweile einiges Selbstbewusstsein erreicht hat. Dennoch fehlt ihr immer noch eine schlüssige theologische Reflexion sowie angemessene innerkirchliche und gesellschaftliche Repräsentationsformen. Formen von Gemeinschaft und Zusammenschluss wären zu entwickeln, um die zerfallenden Familien, Gruppen, Klassen und Verbände wieder aufzufangen, ohne sie erneut in ein System einzureihen. Selbst die sonst so kritischen Massenmedien haben diese Entwicklung noch nicht bemerkt und noch keine entsprechenden Darstellungsformen gefunden.

Als ein Beispiel künstlerischen Selbstausdrucks soll nun mein Altar in Maria Gugging vorgestellt werden. Seine Entstehung in der damaligen Nervenheilanstalt, in Nachbarschaft zum Haus der Künstler, ist allein bereits symptomatisch für die innere Zusammengehörigkeit von Kirche und Kunst. Inzwischen steht das Kirchlein am Gelände der kürzlich eröffneten Eliteuniversität IST. Auf den ersten Blick hervorstechend sind bestimmt die starke Farbigkeit und Körperlichkeit der Figuren auf den vier Altarflügeln, die einzeln beweglich sind und je nach Stellung verschiedene Bildensembles ergeben. Ein Bild zeigt jeweils eine bestimmte biblische Gestalt, und zwar ohne die traditionelle Kodierung durch bestimmte Attribute. Die gewählten Szenen haben auch kaum Vorbilder in der christlichen Ikonographie, ihre bildhafte Umsetzung ist jeweils ein Neuentwurf, der nur der Schriftstelle selbst verpflichtet ist. Andererseits verbindet die Einzelbilder aber eine mehrfache Typologie, zum Beispiel durch die Farben. Die rote Farbe fungiert als messianische Farbe, abgeleitet vom Basis-Chakra der Aura Soma – Farbenlehre, das dem Unterkörper, der Wirbelsäule und der Materie entspricht. Dadurch werden biblische Gestalten wie Jona oder Jeremia als messianische Verkörperung interpretiert (Vorgänger), was ihre Individualität nicht mindert, sondern erhöht. Die mehrfachen Wechselbezüge zwischen den Einzelbildern, die entweder im Osterzyklus oder im Weihnachtszyklus in einer liturgischen Ordnung stehen, werden darüber hinaus noch durch die entsprechenden Bibeltextstellen interpretiert. Denn jedes Einzelbild ist zugleich Element summarischer Texte, wie des Magnifikats und des Benediktus, zweier urchristlicher Hymnen mit einem weiblichen bzw. männlichen Aspekt. Die Mehrfachzusammenstellung der Elemente auf der Bild- und der Textebene erweitert ihre Individualität, ohne sie hermetisch in ein System zu sperren. Vielleicht mag das nun als ein Bild einer Individualkirche gelten, mit ihrem Auftrag in der Massengesellschaft.

Sonntag, 19. Juli 2009

Upgrading: Altar nunmehr im IST

Die neue Elite-Uni ist eröffnet, der Park nun als Campus frei zugänglich.
Die Kirche ist seit Neuestem täglich von 8:30 bis 22 Uhr geöffnet und kann frei besichtigt werden.
http://www.ist-austria.ac.at/


Einige Bilder vom Altar, vom Haus der Künstler sowie vom Campus:

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Freitag, 4. April 2008

warum kunst für irritation sorgen MUSS

Hans-Peter Profunser, der Mann der großen Gesten aus dem oberen Drautal, stellt in Klagenfurt aus, direkt vor und im Gebäude der Landesregierung. Die Inszenierungen aus Krastaler Marmor in Eisen sind Wut- und Hilfeschreie, sind Aufbäumen und Zusammenzucken unter der subtilen Gewalt des unsichtbar Selbstverständlichen.
Ihre Ästhetik ist unmittelbar nachvollziehbar und verständlich, das beweisen die Passanten, die neugierig stehen bleiben, Kinder, Pensionisten, die Tafel lesen, herumgehen, schauen, fragen, sprechen.
Und keiner wird unberührt weitergegangen sein.

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Siehe auch:
http://www.kath-kirche-kaernten.at/pages/bericht.asp?id=5374

Samstag, 22. März 2008

meine kreuze

Dieses Kreuz ist im Pfarrhof von Heiligenkreuz, Villach, angebracht.

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Text: "Der Auferstandene tritt in die Welt ein."

Hergestellt ebenfalls 2003.

Sonntag, 9. Dezember 2007

meine kreuze

Im Winter 2003 entstanden die meisten der Christus-Bronzen.
Sie führen die Figürlichkeit des Gugginger Altares plastisch weiter - auch dem Material bin ich fast treu geblieben: Kupfer (Evangeliar, Ambo, Kelch) > Bronze

Der Grundgedanke ist aber:
Christus aufersteht -
das ist nie gesehen, nie beschrieben worden: sein In-die-Welt-Treten aus der Unterwelt, aus dem Jenseits.

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Übrigens ist bereits in Gugging ein Christus aus Bronze zu sehen, welcher etwa 1999 entstand:

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kandinsky in münchen

Wer mir noch begegnet ist in München:

Georg mit dem Drachen,
die Künstlervereinigung NKVM, die mit reinen malerischen Mitteln den Materialismus niederkämpfen will, schließlich
Kandinsky selbst
mit dem "Blauen Reiter".
Die geistige Umwelt der Zeitenwende-Stimmung vor dem ersten großen Krieg:
der mittelalterlichen Apokalyptiker Joachim von Fiore,
die Anthroposophie Rudolf Steiners:
seine Gnostik sollte aus der Enge der Materie herausführen unter dem Namen des GEISTIGEN, geleitet durch neue Farben- und Formenlehren.

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> Die IMPROVISATION SINTFLUT drückt mit abstrakten Mitteln "der langsam und bewußt geformten Aussage über die innere Vorstellungs- und Gefühlswelt" die kommende völlige Umwandlung der Welt im geistigen Zeitalter aus: das Bild wird durch die abstrakte Methode "in ein inneres, rein malerisches, selbständiges und objektives Wesen" verwandelt.

Also: Wirkung der Farben, Gegensätze, Reduktion gegenständlicher Formen, Flächenverteilung, Detailwirkung, Gesamtwirkung.
Eine Denkschule: nicht dies oder das denken, suchen, aber: betroffen werden, gewandelt werden.

Kandinskys Bilder:
IMPRESSIONEN - direkte Eindrücke der äußeren Natur,
IMPROVISATIONEN - Eindrücke von der inneren Natur.
KOMPOSITIONEN - Verbindung der Eindrücke von äußerer und innerer Natur mit einer rationalen Disposition


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K-Improvisation26-Rudern-1912



K-Studie-zu-Komposition7-Entwurf2-1913



K-Roter-FleckII-1921



Dann stieß ich auf:
Alexej von Jawlensky
und seine Gesichter:

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Und was soll ich sagen:
Max Beckmann,
in der Jahrhundertmitte
wo alles anders ist
hinterhältig
nichts wie es scheint
Grauen im Täglichen
seht selbst

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Freitag, 23. November 2007

das konzept

Alle Einzelbilder innerhalb eines Zyklus hängen mehrfach zusammen: thematisch, nach den Leitfarben, auch figürlich.
Darüber hinaus gibt es mehrere Betrachtungsebenen:
Das Bildensemble deutet die meisten christologischen Hymnen des NT, indem Einzelbilder jeweils einen Vers interpretieren.

Doch zunächst sollen einmal die einzelnen biblischen Bezüge klar sein:



I. WEIHNACHTSZYKLUS:

1
Du wirst ein Kind empfangen,
einen Sohn wirst du gebären,
dem sollst du den Namen Jesus geben

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2
Jahwe führte sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten hinaus in die Wüste.
Die Götter in Ägypten müssen seine Macht anerkenen.
Die Hebräer erfassen die Wirklichkeit Jahwes, der sie führt und nährt, und begegnen ihm am Gottesberg.

3
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! ...
Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Mk 4, 35-41

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4
Der Herr sagte zu Hosea: Geh, nimm dir eine Kultdirne zur Frau und zeuge Dirnenkinder! Denn das Land hat den Herrn verlassen und ist zur Dirne geworden. Sie hat ihre Ringe und ihren Schmuck angelegt und ist ihren Liebhabern gefolgt, mich aber hat sie vergessen - Spruch des Herrn

5
Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.
Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben. Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Lk 5, 17-26

6
Der Herr ist König! Jubeln soll die ganze Erde, freuen sollen sich alle Inseln!
Dichtes Wolkendunkel umgibt den Herrn, auf Recht und Gerechtigkeit ist sein Thron gegründet. Feuer läuft vor ihm her und verzehrt alle seine Feinde. Seine Blitze erhellen die ganze Welt, die Erde sieht es und zittert. Die Berge zerfließen vor ihm wie Wachs, vor ihm, dem Herrn der ganzen Erde. Der Himmel verkündet, wie er Wort hält, und alle Völker sehen seine Macht.
Ps 97

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7
12 Stunden / 12 Apostel:
Im Zentrum der Gemeinde ist die Eucharistie. Alles Leben ist allezeit auf sie bezogen. Taufe, Versöhnung, Verkündigung, Ehe erfüllen die Lebenszeit der Christen.

8
An jenem Tag wird er der Sproß aus der Wurzel Isai sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen. Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste. Ich selbst gehe vor dir her und ebne die Berge ein. Ich zertrümmere die bronzenen Tore und zerschlage die eisernen Riegel. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, laßt Gerechtigkeit regenen. Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Warst du es nicht, der die Rahab zerhieb und den Drachen durchbohrte? Warst du es nicht, der das Meer austrocknen ließ, die Wasser der großen Flut, der die Tiefen des Meeres zum Weg gemacht hat, damit die Erlösten durchziehen konnten?
Jesaja 43-45; 51,9

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II. OSTERZYKLUS:

1
Johannes verkündet Israels Umkehr

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2
Lot wird aus Sodom gerettet - Abrahams Glaube bezeugt Gottes Wirken
Gen 19


3
Maria von Betanien salbt Jesus -
„Für mein Begräbnis“, sagt Jesus
Joh 12

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4
David und Batseba -
„Die Frau war sehr schön anzusehen“
2 Sam 11

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5
Jesus trägt den Kreuzesbalken -
und wird getragen, denn die Zeit ist erfüllt

6
Jeremia trägt das Joch zum Zeichen der Unfreiheit Israels -
er wird in die Zisterne gesperrt
Jer 27/ Jer 38


7
„Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen - sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.“ (Offb 21)
- die Frau hat das Lamm geboren - 7 Engel mit 7 Zornschalen und 7 Posaunen eröffnen das letzte Ereignis

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8
Jona mißfiel, daß Gott Ninive gerettet hat: „Darum nimm mir jetzt besser das Leben, denn es ist besser zu sterben als zu leben.“ Da ließ Gott einen Rizinusstrauch über Jona wachsen, der seinem Kopf Schatten geben und seinen Ärger vertreiben sollte.
Jona 4

jona




Nun die Farbe ROT, die messianische Farbe:



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Johannes, der größte unter den Propheten, bringt Israel vor den Messias


Am Gottesberg begegnet Israel seinem unnahbaren Gott.
Blut, Wasser, Meer und Berg werden ihm Zeichen der jenseitigen Wirklichkeit Jahwes und verbinden Israel mit ihm.


Jesus wird als der Herr erkannt, weil ihm die Gewalten gehorchen. Er führt und birgt die Gemeinde.


Hosea, der Geprüfte, der Enttäuschte, leidet die Enttäuschung Gottes.
Er verzeiht wie Gott und blickt mit neuen Augen auf seine Liebe.


Christus unter dem Balken - getragen, gezogen - erfüllt Mächte und Gewalten, fügt Geteiltes zusammen. Nicht durch eine Tat, sondern durch seine Haltung und Position.


Jeremia beugt sich unter dem Joch, Jesus unter der Herrlichkeit Gottes.
Jeremia ist gefangen durch Menschengewalt, Jesus wird zum Messias gesalbt durch die ahnende Herzensliebe einer Frau.
Die Beuge beider ist Zugang zum Himmel.


Die Eucharistie - ewige Wirklichkeit in der Zeit - ist Mittelpunkt von Kirche und Welt.
Die messianische Zeit ist in ihren Zeichen, den Sakramenten, zugänglich.


Jona oder Elija oder Jeremia oder irgendein Prophet: alle standen vor der Leere Gottes, alle verzweifelten vor seiner Unfaßbarkeit - und alle bestanden die Fraglichkeit der Welt in der Fraglichkeit Gottes.
Dahin führt Gott Menschen durch seinen Ruf, darin besteht sein eigenes Menschsein.

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Auf den gleichen Bilderzyklen sind die Farbschwerpunkte zu erkennen: Schwerpunkt Gelb im W-Muster, bzw. im M-Muster jeweils diagonal zwischen den gegenüber liegenden Bildern; ebenso Schwarz-Weiss. Gelb steht für Entscheidung (entsprechend dem Zwerchfell-Chakra der Willensfarbe nach der Aura-Soma-Farbenlehre), Schwarz-Weiss für das Zusammengehörende, also Gerechtigkeit, jeweils in verschiedenen Mustern zusammengesetzt; Gold für Weisheit und Heiligkeit (Aura Soma), Blau für Weiblichkeit. Zu beachten sind auch gerade und runde Linien, jeweils gegenüber angeordnet, und manche Übergänge von einem zum anderen Bild, z.B. vom Wasser aus dem himmlischen Jerusalem zur Zisterne Jeremias schräg darunter.

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Montag, 19. November 2007

die einzelnen bilder

Die obere Zeile zeigt Motive aus dem Neuen Testament, die auf dem Fundament des Ersten Bundes ruhen.

Wenn alle Flügel offen sind, ist der Weihnachtszyklus suchtbar. Er beginnt mit Maria, die vom Heiligen Geist überschattet wird.

Daneben ist Jesus im Boot, der Wellen und Sturm droht.

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Rechts vom Tabernakelfenster ist Jesus, der einen Gelähmten heilt.

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Ganz rechts ist ein Bild, das wie ein Ziffernblatt aussieht und die Kirche der zwölf Apostel mit den Sakramenten darstellt.

In der zweiten Zeile markiert die Himmelsgöttin Nut Ägypten, über das sie sich als Himmel wölbt, aus dem Mose durch das Rote Meer in dioe Wüste entkommt.

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Dann ist der Prophet Hosea mit seiner Frau, der Dirne Gomer, die sich jedem Liebhaber hingibt, der zahlen kann.

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Der Psalm 97 preist Gott auf seinem Thron, vor dessen blitzezuckender Macht die Berge wie Wachs schmelzen.

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Jesaias Vision vom entfalteten Spross Isaias, den gesprengten Ketten Babels, dem weiten Rückweg durch die Wüste durch das Meer und über das Urtier Rahab.

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mein altar in maria gugging

Es ist eine kleine Kirche in der Nervenheilanstalt Maria Gugging in Niederösterreich. (Heute entsteht dort die neue Elite-Universität) Nebenan ist das "Haus der Künstler", das in den Siebziger Jahren von Leo Navratil eingerichtet wurde für malende Patienten.

Der Kirchenrektor Lic.theol. Hermann Krexner verhängte die damals leere weiße Wand hinter dem Volksaltar mit einem Fastentuch. Da entstand die Idee, dort einen Flügelaltar zu bauen.
Ein Tischler fertigte vier Türen und einen Rahmen und montierte alles in der Kirche.

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Die Konzeptentwicklung und die Bemalung der Türen waren meine Vorbereitung auf die Priesterweihe, nach der Primiz in meiner Heimatpfarre führte ich die Gäste hierher - und seither noch etliche.
Später entdeckte ich den riesigen Amethysten und baute ihn als Tabernakel ein.


Als ich schon in Kärnten war, entstanden der einbeinige Christus und der kupferne Ambo, welche das Ensemble des Evangeliars mit Kupferdeckel und den kupfernen Kelch aus Draht vervollständigten.

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Man beachte den gedrehten Altartisch, der das Mahl Jesu mit der Gemeinde entschieden verdeutlicht.
Auf dem Tisch steht der inzwischen vergoldete Kupferkelch, der dasselbe transparente Drahtgestell wie der Ambo hat. Die drei aufgewölbten Streben werden zusammengebunden durch sieben Ringe, die ihre Energie nach oben leiten: 7 als Kennzahl für den Sabbat, 3 als Chiffre für Gott.

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